Die Dorfgemeinschaft

ENTSTEHUNG

Der Wiener Arzt Dr. Karl König begründete 1940 in Schottland eine Lebensgemeinschaft mit seelenpflege-bedürftigen Kindern. Der Ort dieser ersten Gründung - Camphill - gab den Namen für eine Bewegung, die weltweit etwa 100 Einrichtungen hervorgebracht hat. In Deutschland gibt es gegenwärtig zwölf Camphill-Einrichtungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Der Hausenhof liegt im mittelfränkischen Landschaftsschutzgebiet Steigerwald in der Nähe von Neustadt an der Aisch.

  

Im Herbst 1987 begann die Dorfgemeinschaft mit neun jungen Menschen zunächst in einer Hausgemeinschaft. Jetzt leben am Hausenhof etwa 120 Menschen in neun Hausgemeinschaften, etwa die Hälfte von ihnen muß sich mit speziellen Behinderungen auseinandersetzen.

Die Camphill Dorfgemeinschaft Hausenhof ist eine Einrichtung auf anthroposophischer Grundlage. Die von Rudolf Steiner begründete Geisteswissenschaft ist christlich ohne einer Konfession anzugehören.

Der als gemeinnützig und mildtätig anerkannte und eingetragene Verein "Camphill Gemeinschaft Nürnberg e. V." ist der Trägerverein der Dorfgemeinschaft Hausenhof. Er ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

IDEE UND IMPULS

Die sozialtherapeutische Arbeit in der Dorfgemeinschaft ist ganzheitlich. Es werden Gemeinschafts-, Arbeits- und Lebensformen entwickelt, die es behinderten und nicht behinderten Menschen ermöglichen, gemeinsam ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu führen.

Behinderung wird in erster Linie nicht als Defizit, sondern als besonderer Ausdruck der Individualität des einzelnen Menschen gesehen. Körperliche oder seelische Beeinträchtigungen können dazu führen, daß das Ich des Menschen nur verzerrt in Erscheinung treten kann, so daß sich das äußere Behinderungsbild ergibt.

In die Camphill Dorfgemeinschaft Hausenhof werden erwachsene Menschen aufgenommen, die als dauerhaft geistig behindert gelten und mehrfachbehindert sein können und die erkennen lassen, daß sie auf längere Dauer der Gemeinschaft angehören wollen. Eine Probezeit geht der Aufnahme voraus.

GEMEINSAM LEBEN

Um eine Familie mit eigenen Kindern oder auch alleinstehende Menschen bildet sich, zusammen mit Praktikanten und Zivildienstleistenden eine Hausgemeinschaft, die bis zu zehn behinderte Menschen aufnehmen kann. Mehrere Hausgemeinschaften bilden die Grundlage für die Dorfgemeinschaft. Die familienähnliche Struktur der Hausgemeinschaften, zu denen auch die Kinder der Mitarbeiter gehören, gibt den Bewohnern Geborgenheit.

GEMEINSAM ARBEITEN

Arbeit wird sinnvoll dadurch, daß die menschliche Tätigkeit sich den Bedürfnissen anderer Menschen zuwendet. Behinderte Menschen brauchen Hilfe, um im Arbeitsprozeß mitwirken zu können. Die Arbeitsprozesse werden so eingerichtet, daß jeder in angemessener Form einen Beitrag leisten und möglichst selbständig tätig werden kann. Landwirtschaft und Garten werden am Hausenhof biologisch-dynamisch bewirtschaftet.

GEMEINSAM FEIERN UND LERNEN

Ein wesentlicher Kraftquell des Zusammenlebens und -arbeitens der Gemeinschaft ist das kulturelle Leben auf christlicher Basis. Tages-, Wochen- und Jahresrhythmen werden bewußt erlebt und gestaltet. Die Camphill Bewegung schafft Orte der Kultur im weitesten Sinne. In allen Bereichen des Lebens soll Kultur im Alltag wirken.

SPENDEN

Für den weiteren Aufbau ist die Dorfgemeinschaft auf Spenden angewiesen. Sie ist gemeinnützig, mildtätig und kann steuerbegünstigende Spendenbescheinigungen ausstellen.

Konto-Nummer 532 100
Raiffeisenbank Dietersheim BLZ 760 694 10

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